Reitanlage Roseck &
PSV Roseck Unterjesingen e.V.

Pferde-Workshop: „Bodenarbeit und Dehnübungen für Pferde“

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An einem besonders nebligen Novembersonntag bekamen unsere Lehrpferde ein ganz besonderes Ausgleichsprogramm: insgesamt acht Reiterinnen und Voltigiererinnen hatten Interesse daran, sich intensiv mit der Arbeit mit dem Pferd vom Boden aus zu beschäftigen.

Los ging es mit einem kurzen Brainstorming zum Thema, was Bodenarbeit überhaupt ist und wofür es gut ist. „Führen durch Hindernisse“, „seitwärts an der Hand“, „Longieren“, „Bodenarbeit ist Beziehungsarbeit“ waren Gedanken, welche die Teilnehmerinnen im Kopf hatten. An diesem Nachmittag konzentrierten wir uns zunächst auf das Führen der Pferde, wobei wir hier auf die richtige Führposition achteten und das Halten, Anlaufen sowie das Rückwärts- und Seitwärtsweisen über Bodenhindernisse übten: Slalom, Stangen, Stangen-L und Cavaletti waren vorwärts, seitwärts und rückwärts zu überwinden. Die Pferde verstanden die Aufgaben schnell und ihre Aufmerksamkeit wuchs; die Hilfengebung der Führerinnen wurde immer klarer und ihre Körpersprache selbstbewusster und verständlicher.

Diese Führübungen waren bereits auch ein Teil der Gymnastizierung und des Dehnens der Pferde, was im letzten Teil des Workshops noch der Fokus werden sollte. Beim Seitwärtsweichen sowie beim Überqueren eines hohen Cavaletti, beim Rückwärtstreten über eine Stange wurden die seitlichen Beinmuskeln sowie die Hankenbeugung gut gefordert. Es war daher Dehnen und Kräftigen in Einem.

Bevor wir noch intensiver ins Dehnen und auch Massieren der Pferde eintauchten, durfte jede noch einen für alle neuen Teil der Bodenarbeit ausprobieren: die Arbeit am Langzügel bzw. das „Fahren vom Boden“. Was zunächst recht einfach aussieht, stellt sich dann im Tun doch als ziemlich herausfordernd dar: es ist koordinativ nicht so leicht, das Pferd in fleißigem Schritt durch die Halle zu bewegen und dabei genau den Weg zu bestimmen – und sich dabei nicht mit Führzügel oder Doppellonge, Bodenarbeitsgerte und Pferd zu verknoten! Doch Funny erwies sich routiniert als tolle Lehrerin auch für anspruchsvollere Lektionen und Ludwig zeigte sich geduldig und hielt im Zweifel kurz an, bis alles wieder sortiert war.

Nach einer kurzen Aufwärmpause mit Tee, Kuchen und Spekulatius durfte sich Libby ausgiebig dehnen und massieren lassen. Ihr gefiel die Aufmerksamkeit sichtlich und sie zeigte ganz deutlich, wie gut sie es findet. Danach probierten alle noch mit den anderen Pferden die Dehnübungen und Massagegriffe aus. Besonders schön war es zu sehen und zu erkennen, wie klar die Pferde mit uns sprechen können und wie so im engen Kontakt richtige Kommunikation möglich ist. Sie zeigten sehr klar, was sie mögen, welche Intensität ihnen gut tut und welche Art von Dehnübungen oder Massage sie nicht möchten. Zudem war es sehr spannend, wie hier auch Manches sichtbar wird, was beim Reiten gefühlt wird.

Natürlich kann ein so kurzer Workshop nur einen kleinen, ersten Einblick geben. Doch die drei gemeinsamen Stunden haben das bereits vorhandene Wissen und die bisher gemachten Erfahrungen vertieft und erweitert. Für die Pferde war es eine sehr gute Ergänzung zur Arbeit unter dem Sattel und  ein schöner Wellness-Nachmittag.

Wir freuen uns darauf, im nächsten Jahr an die diesjährigen Pferde-Workshops anzuknüpfen – vielleicht sogar über Pferde-Workshops hinausgehend auch in Lehrgängen.

Pferdesonntag „Gymnastik für Mensch & Pferd“

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Ziemlich sportlich ging es an unserem ersten Pferdesonntag im neuen Schuljahr los: in großer Runde trafen wir uns am Sonntagnachmittag in der Reithalle, ganz bunt gemischt von den jüngsten Voltis bis zu unseren jungen Erwachsenen Reiterinnen. Wir begannen mit Konditionstraining, den Voltis gut bekannt als „Lauf-ABC“: im Hopserlauf, Seitgalopp, mit Anfersen und Knien hoch und vielen weiteren Schritten ging es zu Musik durch die Reithalle. Gut aufgewärmt ging es weiter mit Krafttraining, was uns alle ordentlich zum Schwitzen brachte. Im Fokus standen Körperspannung, Rücken, Bauch und Beine. Anschließend trainierten wir unsere Koordination und Balance. Sowohl fürs Reiten als auch fürs Voltigieren ist es unerlässlich, dass wir verschiedene Körperteile unabhängig voneinander einsetzen können. Ein Beispiel sind die Hände, die ruhig getragen werden sollen, während die Schenkel treiben… Die Übungen, wie mit der einen Hand eine Acht in die Luft zu malen und mit der anderen Hand einen Kreis, waren nicht so einfach wie es klingt – und so manche Acht bekam plötzlich drei Kreise. Zum Schluss dehnten wir uns noch vom Nacken bis zu den Füßen.

Nach der intensiven Fitness-Einheit für uns Reiter und Voltis stärkten wir uns vorm Stüble mit Kuchen.

Danach gingen wir, diesmal mit sechs Pferden, wieder in die Halle. Während jeweils zu zweit die Pferde warm geführt wurden, bauten wir verschiedene Stationen zur Gymnastizierung der Pferde auf. Auch für sie stand heute Koordinationstraining und abschließend Dehnen auf dem Programm. Das Durchqueren eines Slaloms aus Pylonen, das Biegen auf engen Volten durch Stangen hindurch, vorwärts und rückwärts durch ein Stangen-L sowie durch eine Gasse mit einem Cavaletti in der Mitte verlangt von den Pferden viel Körperbeherrschung ab. Gleichzeitig konnten wir daran arbeiten, klare Signale und Hilfen vom Boden aus zu geben, damit die Pferde uns so gut verstehen, dass sie alle Aufgaben problemlos meistern können. Als Belohnung gab es dann noch „Möhrchen-Gymnastik“: um ein Stück Karotte oder Birne zu bekommen, sollten sich die Pferde nach vorne, oben, rechts und links und zwischen den Vorderbeinen hindurch strecken. Dies alles ist einerseits eine tolle Abwechslung und gute Beziehungsarbeit, hilft aber auch für mehr Lockerheit in den Bewegungen sowie stabilere Stellung, Längsbiegung und Geraderichtung. Es war der erste Pferdesonntag mit unseren Neuzugängen im Stall: Nika, Libby und Samson hatten sichtlich Freude dabei, neben Doreen, Cormet und Sandro dabei zu sein.
Wir haben uns sehr über die rege Teilnahme am Pferdesonntag gefreut und hoffen, dass auch bei den nächsten Jugendaktionen so viele dabei sein werden!

Heu-Übernachtung 2024 – Mit den Pferden schlafen gehen und mit Blick auf die Pferde aufwachen – ein Sommer(nachts)traum für Pferdefreunde

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Am ersten Juli-Wochenende stand wieder unsere Heu-Übernachtung an. Wir waren dieses Jahr eine kleinere Runde, doch das sollte uns nicht davon abhalten ein richtig schönes, fröhliches Pferde-Wochenende miteinander zu verbringen. Zuerst richteten wir uns im Heu- und Strohzelt unsere Lager für die Nacht her.

Nach ein paar Kennenlernrunden gingen die Jüngeren, alle aus den beiden Volti-Nachwuchsgruppen, hinüber in die Halle. Dort bauten wir gemeinsam drei Stationen auf: ein Dressurviereck mit richtigen Bahnpunkten, einen Springparcours mit echten Hindernissen und einen „Voltigierzirkel“ mit dem Volti-Fasspferd. Dann trainierten wir die drei Pferdesportdisziplinen, denn abschließend stand nach einer kurzen Pause mit Obst und Keksen zur Stärkung noch ein „Turnier“, wenn auch nur mit gedachtem Pferd, an: die Dressurprüfung war für jede am anspruchsvollsten, denn für manche war diese Disziplin noch ganz unbekannt. Trotzdem schaffte es jede, in der Prüfung eine Aufgabe „durchzureiten“, in der die verschiedenen Grundgangarten an bestimmten Bahnpunkten gewechselt und unterschiedliche Hufschlagfiguren gezeigt werden sollten. Im „Springen“ mussten die Hindernisse in einer festgelegten Reihenfolge überwunden werden, wobei die Zeit gestoppt wurde. Los ging es im „Trab“ über ein Kreuz, danach ging es im „Galopp“ weiter über Cavaletti, einen Steilsprung und eine Kombination aus Steilsprung und Oxer. Die letzte Disziplin bei unserem Turnier war das Voltigieren – für unsere Nachwuchsvoltis quasi ein Heimspiel.

Währenddessen lernten die älteren Voltis und Reiterinnenzusammen im Stüble die verschiedenen Pferdesportdisziplinen genauer kennen. Besonders spannend war, diese dann direkt beim CHIO Aachen anzusehen! Denn genau an diesem Wochenende fand dort das bekannte Turnier statt. Was könnte die Disziplinen besser demonstrieren als einfach die weltbesten Reiterinnen und Reiter, Voltigiererinnen und Voltigierer in den Prüfungen in Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Fahren und Voltigieren anzusehen?

Weiter ging es dann mit einer Schnitzeljagd. Gefragt war hier Wissen rund ums Pferd. Denn die richtigen Antworten zu den Pferdefragen an der Strecke gaben den Hinweis, wo der Weg weiter geht. Trotz Regen und ein paar kleinen Zwischenfällen wie einer verschwundenen Antwort und einem verkehrten Hinweis kamen beide Gruppen gut gelaunt zurück im Stall an.

 

 

Hier brannte inzwischen das Feuer in zwei Feuerkörben und die Tische waren fürs gemütliche Grillen gedeckt. Der Regen hat endlich aufgehört und wir konnten in ausgelassener RundeWurst und Stockbrot und Marshmallows grillen. Nach einer kurzen Tobe-Runde in der Halle spielten wir noch „Pferde-Activity“.

 

 

Den Tag ließen wir im Zelt beim Pferde-Film „Mein Freund Poly“ ausklingen. Die Nacht im Stroh war für manche die erste Nacht im Schlafsack, und das gleich ohne Eltern und bei Regen – doch alle genossen das gemeinsame Abenteuer und konnten nach dem ausgefüllten Tag gut schlafen.

 

 

Am nächsten Morgen kam sogar die Sonne raus und wir frühstückten gemeinsam im Freien.

 

 

Dann widmeten wir uns ganz den Pferden: jede putzte alleine oder zu zweit ein Pferd, bis es seidig glatt war und das Fell richtig glänzte. Jedes Pferd wurde mit Blüten in Mähne und Schweif geschmückt. Was für ein schönes Pferde-Freunde-Wochenende!

 

Workshop: Exterieur und Pferdekrankheiten

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Nach dem Pferdesonntag „Pferdepflege und Erste Hilfe“ im Mai, bei dem insbesondere die Jüngeren angesprochen waren, fand im Juni der erste „Workshop“ statt. Während bei den Pferdesonntagen die Grundlagen vorrangig sind und neben dem Lernen und Wissen-Aneignen besonders das Tun und Spaßhaben mit den Pferden im Vordergrund stehen, geht es bei den „Workshops“ um das tiefere Einsteigen in die Themen, das Durchdringen der Hintergründe und das Verstehen der Zusammenhänge. 

Auch hier sind unsere Pferde im Mittelpunkt. Dieses Mal begannen wir direkt am Pferd mit Nikilaja und benannten an ihr die einzelnen Körperteile, um eine gemeinsame Grundlage zu schaffen. Danach betrachteten wir die Möglichkeiten der Einteilung des Exterieurs näher. Wir diskutierten anschließend Linien und besonders erwünschte Ausprägungen des Exterieurs beim Zuchtziel für das Deutsche Sportpferd. Es war spannend, sich die Zeit zu nehmen, um Stück für Stück den Pferdekörper durchzugehen und dabei festzustellen, wie viel es an den verschiedenen Bereichen zu entdecken gibt. Bevor es dann zu anstrengend wurde, durfte jede Teilnehmerin sich ganz selbstständig in der Pferdebeurteilung ausprobieren: jede betrachtete nach den zuvor besprochenen Maßstäben eines unserer Pferde. Anschließend stellten wir uns die Pferde gegenseitig vor. Ganz wichtig war uns dabei von Anfang an: es geht bei der Pferdebeurteilung nicht um Fehlersuche. Wir betrachten das Pferd in seiner Gesamtheit und möchten feststellen, welche Ausprägungen des Exterieurs welchen Einfluss auf das Reiten haben und welche Herausforderungen sich daraus ergeben können. 

Es hat uns viel Spaß gemacht, die uns allen bekannten Pferde mit einem neuen Blick zu betrachten. Es gab dabei durchaus den ein oder anderen Aha-Moment, wie das Exterieur sich zum Beispiel auf den Bewegungsablauf auswirkt und was dabei dann je nach Pferd ein unterschiedliches Reitgefühl bewirkt.

Nach all den neuen Erkenntnissen machten wir zusammen bei Kuchen eine Pause, bevor wir uns dann zum Abschluss noch in Kürze zwei Pferdekrankheiten annahmen. Wir stellten uns zwei Szenarien vor: Cormet, der Barhufer ist, hätte sich einen Nagel in die Hufsohle getreten mit der unangenehmen Folge Hufgeschwür. Fachmännisch säuberten und desinfizierten wir gedanklich die imaginäre Wunde. Abschließend demonstrierte Laura das Anlegen eines Hufverbands zur Dämpfung und Entlastung des Hufes sowie zum Schutz vor Eindringen von Schmutz. Nach ein paar Tagen Boxenruhe würde es Cormet wieder gut gehen. Einen anderen Fall stellten wir uns bei Roddel vor: eine infizierte Wunde – Einschuss am Hinterbein. Wir legten ihm nach gedanklichem Säubern der Wunde und Kühlen einen Angussverband an. Cormet und Roddel machten das mit großer Ruhe mit und fühlten sich offensichtlich gut aufgehoben.

Der erste Workshop war damit vorbei. Es war ein intensiver und schöner gemeinsamer Sonntagnachmittag. Wir haben uns sehr über die rege Teilnahme bei diesem neuen Format gefreut!

Pferdesonntag: Pferdepflege und Erste Hilfe

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Die Gesundheit und das Wohlbefinden all unserer Pferde liegen uns sehr am Herzen. Eine sehr wichtige Grundlage dafür ist die richtige, tägliche Pflege. So einfach dies auf den ersten Blick erscheint – es ist nicht so leicht, wie es zu sein scheint. Richtiges Putzen will gelernt sein. Damit begannen wir unseren Pferdesonntag am ersten Mai-Sonntag: zwölf Kinder und Jugendliche sowohl aus den Voltigiergruppen als auch vom Reitunterricht waren gekommen und jede war alleine oder zu zweit für die Pflege eines Pferdes zuständig. Wir besprachen zuerst, wofür das Putzen wichtig ist: für die Gesundheit und zur Krankheitsvorsorge, darunter auch das Entdecken von Wunden und Zecken sowie das Vermeiden von Scheuerstellen später beim Reiten oder Voltigieren; um Zeit mit dem Pferd zu verbringen, Vertrauen aufzubauen und die Beziehung zu stärken. 

Danach putzten wir die Pferde ausgiebig. Dafür nahmen wir uns über eine Stunde Zeit. Wir merkten, wie anstrengend es ist, wenn man mit so viel Druck striegelt, wie sich Pferde am Mähnenkamm mit ihren Zähnen gegenseitig kraulen. Mit der Wurzelbürste wuschen wir die Hufe innen und außen – auch das ist nicht so einfach, wenn wirklich jede Ecke sauber werden soll (und die Hufe ja doch nicht ganz leicht sind). Der Hof war hinterher übersät von Fell, denn manche Pferde haben noch etwas Winterfell. So wurde gleich noch gründlich gefegt. Dann schauten wir uns die Pferde genau an und überlegten, welche Fellfarbe und welche Abzeichen die Pferde an Kopf und Beinen haben.

Die sehr zufriedenen Pferde brachten wir mit seidig schimmerndem Fell und glänzenden Hufen in den Stall. Wir selbst stärkten uns bei feinen Muffins. 

Danach überlegten wir uns, woran wir erkennen könnten, dass es einem Pferd nicht gut geht und was wir dann machen können. Nachdem wir besprochen hatten, welche Anzeichen auf eine Kolik hindeuten können und was wir bei einer kleinen Wunde tun könnten, die uns beim Putzen aufgefallen ist, sind wir wieder zu den Pferden gegangen. Denn bei Cormet und Ludwig übten wir die Überprüfung der „PAT-Werte“: die richtige Stelle am Pferd zu finden, um Puls, Atmung und Temperatur zu messen, braucht etwas Übung. Zum Schluss bekamen die beiden Füchse noch eine Bandage angelegt – und schon war der Pferdesonntag zu Ende.

Wir freuen uns bereits auf die nächste Jugendaktion, den „Workshop: Exterieur und Pferdekrankheiten“!