Reitanlage Roseck &
PSV Roseck Unterjesingen e.V.

Einsteiger-Longier-Lehrgang

PSV Roseck_Longierlehrgang

Am vorletzten Tag der Osterferien trafen sich bei schönstem Frühlingswetter elf Jugendliche und junge Erwachsene um neun Uhr vor dem Stall. Die große Motivation und Vorfreude aller war bereits bei der Begrüßung spürbar. Während manche Außenstehende sich vielleicht fragen, was man denn zwei ganze Tage lang über das Longieren lernen kann, weil es doch nicht so schwer sein kann „ein Pferd im Kreis um sich herumlaufen zu lassen“, war allen Teilnehmenden klar, dass dem nicht so sein kann. Einstimmig wünschten sich alle, die Grundlagen des Longierens zu lernen. Manche hatten bereits das ein oder andere Mal Longe und Peitsche in der Hand und sollten eben das Pferd „ein bisschen bewegen“ oder „ablongieren“. Doch wie sie das genau tun sollten, worauf es zu achten gilt, wie mit der langen Longe und Peitsche umzugehen ist, wussten sie dabei nicht.

Wir starteten mit den theoretischen Grundlagen zur Ausrüstung und zur Handhabung von Longe und Peitsche: Welche Ausrüstung benötige ich, welche Hilfszügel kann ich einsetzen, was sind die Vor- und Nachteile bestimmter Ausbinder und Longen gegenüber anderen? Als nächstes begrüßten alle ihren Pflegepferde, um die sich jeder an den beiden Tagen ausgiebig kümmern durfte. Dann übten wir das korrekte Aufrollen der Longe sowie das korrekte Aufräumen der Peitsche mit Schlag, bis unsere Routiniers Cyrano und Doris, ehemals Voltigier-Europameister mit dem Doppel Thessy und Torben, nach einer Schrittrunde zum Aufwärmen in der Sonne in die Halle kamen und dann die grundlegendsten Handgriffe und Kommandos demonstrierten. Gespannt schauten alle zu und versuchten sich alles einzuprägen, um es später dann selbst umsetzen zu können.

Danach ging es dann an die praktische Umsetzung des bisher Gehörten und Gesehenen. Immer zu zweit oder zu dritt waren die Teilnehmenden für ein Pferd eingeteilt, das sie nacheinander etwa eine halbe Stunde longierten. Doris und Janina waren jeweils auf einem Zirkel dabei und gaben ganz direkt Hinweise und Tipps, was die Longenführerin oder der Longenführer bei dem Pferd in welchem Moment aus welchem Grund wie machen konnten. Wer gerade nicht longierte, schaute besonders am ersten Tag bei den anderen zu. So konnten sie sich die Handgriffe von außen ansehen, die Hinweise abschauen und beobachten, wie sich die verschiedenen Pferde unterschiedlich an der Longe verhalten und welche Möglichkeiten der Longenführer hat, darauf einzugehen. Außerdem war Zeit, ohne Pferd den korrekten Handwechsel beim Longieren zu üben. Für die Spaziergänger mag das lustig ausgesehen haben: Wir übten das in der Sonne auf dem Hof, indem die einen sich als Pferd zur Verfügung stellten, während die anderen die Longe hielten, aufrollten, teils alles noch einmal wiederholen mussten…. bis es endlich klappte, ohne dass die Longe „Korkenzieher“ bekam. Den ganzen Tag über kümmerte sich jeder, wenn er gerade Zeit hatte, auch um sein Pflegepferd, putzte ausgiebig das restliche Winterfell heraus und ließ es an der Hand grasen.

 

 

Mittags machten wir gemeinsam Pause und stärkten uns bei Spaghetti mit Pesto und Salat. Zum Nachtisch gab es Muffins. Wie schön war es, endlich mal wieder in solch einer großen Runde zusammen in der Sonne zu Mittag zu essen! Danach ging es dann weiter wie vormittags… 

 

 

Etwas müde, aber sichtlich zufrieden ging am Nachmittag der erste Lehrgangstag zu Ende und alle waren sich einig, bereits viel gelernt zu haben. Besonders gut fanden alle die theoretische Einführung und Demonstration der Grundlagen des Longierens sowie die „Trockenübungen“, bevor dann jede und jeder das Longieren selbst in die Hand nahm. Alle schätzten beim Longieren sehr das unmittelbare und individuelle Feedback und freuten sich für die zwei Tage ein Pflegepferd zu haben.

Am zweiten Tag ging es mit mindestens der gleichen Motivation wieder um neun Uhr los. Diesmal starteten wir damit, in welchen Bereichen und mit welchen Zielen das Longieren eingesetzt wird und wie wir uns bei der Arbeit des Pferdes an der Longe an der Ausbildungsskala orientieren können, um das Pferd nicht „einfach nur zu bewegen“, sondern auch zu gymnastizieren. Im weiteren Tagesverlauf ging es ähnlich weiter wie am Tag zuvor, doch bereits nach nur dieser einen Longiereinheit am ersten Tag konnten dann alle schon beginnen, ihr Augenmerk auch auf Takt, Losgelassenheit und Anlehnung zu richten und daran zu arbeiten, diese Aspekte gegebenenfalls zu verbessern.

 

 

Wir hatten wie am ersten Tag sonniges, wenn auch etwas kühleres, Frühlingswetter und konnten Theorie und Mittagessen sowie die Trockenübungen und das Pflegen der Pferde wieder gut ins Freien legen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen – diesmal Kartoffelspalten mit Kräuterquark – und den letzten Longiereinheiten führten alle noch ein Pferd an der Hand auf der „Dreiecksbahn“ vor. Dabei lernten wie zugleich die Grundlagen des korrekten Führens des Pferdes.

 

 

Wir freuen uns sehr, dass es allen so gut gefallen hat. Wir sind begeistert davon, mit wie viel Interesse alle dem Kurs gefolgt sind, wie intensiv sie die Theorie angehört, den anderen zugeschaut und sich auf die Arbeit mit ihrem Pferd eingelassen haben. Sichtbar waren die Fortschritte aller bereits am zweiten Tag! Wir freuen uns darüber, wie losgelassen die Pferde sich am zweiten Tag an der Longe zeigten und wie gut alle wirklich zum Arbeiten mit den Pferden kamen, indem sie z.B. viele Übergänge und Handwechsel und Lektionen wie das Zirkelverkleinern und -vergrößern einsetzten und den Einsatz der Ausbinder überprüften. Einen schöneren ersten Lehrgang nach der Corona-Pause hätten wir uns nicht wünschen können.

Dritter Pferdesonntag: Führen und Sitzlonge

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Endlich, nach 3 Monaten Pause aufgrund der so hohen Corona-Zahlen, wollten wir am ersten Sonntag im April wieder die Pferdesonntage aufnehmen. Verwöhnt von der Frühlingssonne war unser geplantes Thema eigentlich „Frühjahr – Sonne – Koppelzeit“.

Doch das Wetter schlug pünktlich zum 1. April um und so stellten wir unser Programm um: statt auf den matschigen Koppeln im (Schnee-)Regen zu stehen, putzten wir im trockenen, sonntäglich ruhigen Stall sehr ausgiebig Roddel, Cormet, Bruno, Stella und Primus und gingen dann zusammen mit ihnen in die Halle. Dort beschäftigten wir uns mit den Grundlagen des korrekten Führens, übten das Halten, Anlaufen, Rückwärtsrichten, Traben. Am Ende stellten alle einwandfrei ihr Pferd auf der Dreiecksbahn vor! Die Pferde waren voller Eifer und mit viel Konzentration dabei. 

Nach dem Versorgen der Pferde stärkten wir uns bei sehr leckerem selbstgemachtem Punsch und Gebäck aus dem Jugendteam im Stüble und wärmten uns in fröhlicher Runde auf. Munter ging es dann noch einmal in die Halle; diesmal mit Primus. Bereits beim 1. Pferdesonntag im November kam die Frage nach Sitzlonge auf; dies griffen wir sehr gerne auf. Alle durften 10 Minuten in allen drei Gangarten an der Longe auf Primus an ihrem Sitz und ihrer Balance feilen. Er machte das souverän und eifrig mit. Alle hatten sehr viel Freude dabei und jede und jeder konnte ein persönliches Erfolgserlebnis beim Absitzen mitnehmen.

Schon waren die drei Stunden um und trotz des ungemütlichen Wetters hatten wir eine schöne Zeit miteinander und mit unseren tollen Pferden! Es freut uns sehr, dass es allen auch in der kleinen Gruppe Spaß gemacht hat: „Das war doch super, so hatte jeder sein eigenes Pferd!“

Wir freuen uns nun schon auf den nächsten Pferdesonntag im Mai – und hoffen auf das passende Wetter für das Koppelthema und auf viele Jugendliche und Kinder, die gerne einen fröhlichen Sonntagnachmittag mit Pferden und rund ums Pferd in lustiger Runde verbringen möchten!

Zweiter Pferdesonntag: Hallen-Action

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Nach dem guten Start der Pferdesonntage am ersten Novembersonntag stand am 2. Advent der 2. Pferdesonntag an. Wir trotzten den steigenden Coronazahlen und schusterten uns ein sicheres Alternativprogramm zusammen: Spaß und Fitness mit und ohne Pferd in der Reithalle, die aufgrund ihrer sehr guten Durchlüftung unter Frischluft-Veranstaltung fällt. Getestet und zum Großteil sogar bereits geimpft versammelten sich rund 15 Kinder, Jugendliche und einige aus dem Jugendteam um 14 Uhr in der Reithalle. Bevor es uns kalt wurde, starteten wir gleich mit einem Kennenlernspiel – und stellten erfreut fest, dass wir eine ganz bunt gemischte Gruppe sind: Jungs und Mädchen vom Grundschul- bis ins junge Erwachsenenalter, Voltis und Reiter*innen, mit ganz verschiedenen weiteren Hobbies (von Ballsportarten über Turnen, Musikinstrumente spielen bis hin zu verschiedenen Kampfsportarten) und unterschiedlichen Haustieren von Schnecken und Fischen über Hund und Katze bis hin zum eigenen Pferd. 

Weiter ging es dann mit Gerätebrennball. Schließlich sollte der 2. Pferdesonntag neben ganz viel Spaß und gegenseitigem Kennenlernen auch etwas für unsere Reiterfitness bringen. In zwei Teams meisterten wir einen Parcours, der von allem etwas abverlangte: Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Balance. Es galt, Cavalettis mal hüpfend mal balancierend zu überqueren, ein Fasspferd zu überwinden, einen Tunnel zu durchkriechen und einen Slalom mitzunehmen; es waren also Springen, Dressur und Volti im Parcours abgebildet… Nach dem zweiten Durchlauf zeigte sich: zwei gleichstarke Teams hatten alles gegeben – Gleichstand!

Nach einer Stärkung mit Punsch und Kuchen und Muffins vom Jugendteam im Freien vor der Halle – der Schneeschauer war zum Glück gerade vorbei und sogar die Sonne zeigte sich – ging es mit Stella und Cormet mit einem „Reiterspiel“ weiter. In zwei neuen Teams ging es diesmal im Staffellauf gegeneinander durch einen Hütchenslalom, einen Ball auf dem Löffel balancierend durch ein Stangen-L und schließlich über ein Cavaletti möglichst schnell ins Ziel, um dort das Pferd an das nächste Paar aus dem Team zu übergeben. Immer einer führte das Teampferd und einer saß auf dem Volti-Pad mit Volti-Gurt. Es war ein Riesen-Spaß!! Alle waren begeistert dabei und feuerten ihr Pferd und die jeweiligen Reiterinnen und Reiter und Führerinnen und Führer an; die beiden Pferde schien regelrecht der Ehrgeiz zu packen und sie trabten bereitwillig mit. Nach drei Durchläufen durften die beiden Pferde mit viel Lob zurück in ihre Boxen. Eine tolle Leistung der beiden Pferde, die ihre Aufgabe so bravourös meisterten, als würden sie das jede Woche tun!! Für uns war es eine gute Übung, das Führen zu üben bzw. den Sitz auf dem Pferd zu stabilisieren.

Doch damit war der Pferdesonntag noch immer nicht zu Ende: Nach einer Runde Faul-Ei (eine Teilnehmerin: „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich als Kind dabei auch so schnaufen musste!“) kam Roddel mit Volti-Ausrüstung in die Halle und wir spielten noch eine Runde Ball „mit“ ihm: immer einer durfte auf seinem Rücken sitzen und von dort aus den Ball nach außen und innen zu den Mitspielerinnen und Mitspielern werfen. Auch Roddel zeigte sich von seiner allerbesten Seite und zeigte sich völlig unbeeindruckt von den vielen Kindern und Jugendlichen um ihn herum und vom Ball, der um ihn herum flog und hüpfte.

Fazit des Tages: „Alles super!“ Dem können wir aus dem Jugendteam nichts hinzufügen, außer: Schön, dass so viele da waren!

Wir freuen uns bereits auf den nächsten Pferdesonntag, voraussichtlich am ersten Februarsonntag. Das Thema geben wir in der Einladung bekannt, wir warten erst einmal noch ab, was der Winter bis dahin so bringt.

 

Heuzelt-Aufbau

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Am Samstag vor dem dritten Advent herrschte auf der Reitanlage Roseck statt Winter- und Adventsidylle geschäftiges Treiben. Denn ein Zelt für die Lagerung von Heu und Stroh musste aufgebaut werden, bevor die nächste Lieferung kommt. Dazu war voller Körpereinsatz von zehn kräftigen Helfer*innen aus dem Verein und einem externen Fachmann gefragt.

Morgens um 9:00 Uhr ging es mit den Verankerungen im Boden los. Darauf folgte der Aufbau der Metallkonstruktion mit Hilfe von Herberts Schlepper mit Personenkorb. Tee, Kaffee und Leberkäsweckle sorgten zwischendurch für Stärkung und das dringend notwendige Wiederauftauen an diesem kalten Wintertag. Im Laufe des Tages weichte der Boden immer weiter auf, sodass am Nachmittag alle bis zu den Knöcheln tief im Schlamm steckten. Jetzt war es eine besondere Herausforderung, dass die Zeltplanen fachgerecht aufgehängt und verspannt wurden, ohne dass diese am Ende völlig verschmutzt sind.

Nach sieben Stunden harter Arbeit war es dann vollbracht: Das Zelt steht. Alle Beteiligten waren zwar von oben bis unten voller Schlamm, aber mit ihrem Ergebnis zufrieden. Nun kann das Heu für den Winter kommen.

 

Erster Pferdesonntag

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Zwei Jahre nach der letzten Jugendaktion, unserer Teilnahme am Landesjugendtag in Neubulach am 1. November 2019, war es am letzten Sonntag der Herbstferien endlich einmal wieder so weit: Nachmittags versammelten sich drei Handvoll Kinder und Jugendliche unten im Stüble – und warteten gespannt, was es denn nun mit dem „1. Pferdesonntag“ so auf sich hat… Es war eine bunt gemischte Gruppe aus den Reitstunden und aus verschiedenen Voltigruppen, einige, die schon jahrelang „Rosecker“ sind, und viele, die erst seit Kurzem dabei sind, von Erstklässlern bis hin zu 17-Jährigen und dann noch Einigen aus dem Jugendteam.

Nachdem wir den Stall bereits vor zwei Wochen geschrubbt und zum Strahlen gebracht hatten, dachten wir, es wäre, gerade bei den kühleren Temperaturen, ein guter Zeitpunkt, das Zaumzeug der Pferde zu pflegen. Mit einem Feuer im Ofen war es dann auch wirklich ganz gemütlich und beim Schrubben der Trensen und mit heißem Tee und Kuchen wurde niemandem kalt und die Stimmung war schnell entspannt und fröhlich.

Wir starteten mit einem kurzen Blick auf die einzelnen Bestandteile eines Zaumzeugs, verglichen die verschiedenen Reithalfter und dann waren wir wirklich so viele, dass wir die Trense jedes Lehrpferdes sehr gründlich putzen und pflegen konnten. Am Ende trauten sich alle zu sagen, dass sie nun auch Experten genug sind, um auch anderen sagen zu können, wie man denn eine Trense richtig in der Sattelkammer aufhängt. Und es sah wirklich überzeugend aus, wie die Zaumzeuge in Reih‘ und Glied glänzend an ihren Plätzen hingen! Nach einer Stärkung mit Kuchen und Tee aus dem Jugendteam ging es dann noch in drei Zweierteams los zu einem Pferdespaziergang. Die andere Hälfte der Gruppe ging mit Primus in die Halle. Dort freuten sich die Roddel-Voltis, ihr Können auf Primus ausprobieren zu können, und die Reiterinnen überwanden sich und trauten sich, auch mal rückwärts, kniend, im Prinzensitz… auf dem Pferd zu sitzen. 

Beim Abschied waren sich alle einig: Es hat sehr viel Spaß gemacht und beim nächsten Pferdesonntag wollen sie wieder kommen! 

Aus dem Jugendteam haben wir uns sehr über die bereits beim ersten Pferdesonntag sehr rege Teilnahme gefreut! Wir sind froh, dass das Angebot so gut angenommen wurde, und wir würden auch sagen, dass unsere Ziele, uns gegenseitig besser kennen zu lernen und einen fröhlichen Nachmittag zusammen zu erleben, und dabei noch etwas zu lernen, alle aufgegangen sind. Vielen Dank fürs Kommen und das motivierte Mitmachen!

Schon ein zweiter Pferdesonntag für die Kinder und Jugendlichen des PSV Roseck ist für Anfang Dezember geplant. Wir würden gerne Pferdeleckerlis backen – passend zu Nikolaus und der Weihnachtszeit. Weitere Infos findet Ihr rechtzeitig im Stall oder fragt einfach beim Jugendteam nach. Wir freuen uns schon jetzt auf mindestens so viele wie am ersten Pferdesonntag!