
30.09.24
Ziemlich sportlich ging es an unserem ersten Pferdesonntag im neuen Schuljahr los: in großer Runde trafen wir uns am Sonntagnachmittag in der Reithalle, ganz bunt gemischt von den jüngsten Voltis bis zu unseren jungen Erwachsenen Reiterinnen. Wir begannen mit Konditionstraining, den Voltis gut bekannt als „Lauf-ABC“: im Hopserlauf, Seitgalopp, mit Anfersen und Knien hoch und vielen weiteren Schritten ging es zu Musik durch die Reithalle. Gut aufgewärmt ging es weiter mit Krafttraining, was uns alle ordentlich zum Schwitzen brachte. Im Fokus standen Körperspannung, Rücken, Bauch und Beine. Anschließend trainierten wir unsere Koordination und Balance. Sowohl fürs Reiten als auch fürs Voltigieren ist es unerlässlich, dass wir verschiedene Körperteile unabhängig voneinander einsetzen können. Ein Beispiel sind die Hände, die ruhig getragen werden sollen, während die Schenkel treiben… Die Übungen, wie mit der einen Hand eine Acht in die Luft zu malen und mit der anderen Hand einen Kreis, waren nicht so einfach wie es klingt – und so manche Acht bekam plötzlich drei Kreise. Zum Schluss dehnten wir uns noch vom Nacken bis zu den Füßen.
Nach der intensiven Fitness-Einheit für uns Reiter und Voltis stärkten wir uns vorm Stüble mit Kuchen.
Danach gingen wir, diesmal mit sechs Pferden, wieder in die Halle. Während jeweils zu zweit die Pferde warm geführt wurden, bauten wir verschiedene Stationen zur Gymnastizierung der Pferde auf. Auch für sie stand heute Koordinationstraining und abschließend Dehnen auf dem Programm. Das Durchqueren eines Slaloms aus Pylonen, das Biegen auf engen Volten durch Stangen hindurch, vorwärts und rückwärts durch ein Stangen-L sowie durch eine Gasse mit einem Cavaletti in der Mitte verlangt von den Pferden viel Körperbeherrschung ab. Gleichzeitig konnten wir daran arbeiten, klare Signale und Hilfen vom Boden aus zu geben, damit die Pferde uns so gut verstehen, dass sie alle Aufgaben problemlos meistern können. Als Belohnung gab es dann noch „Möhrchen-Gymnastik“: um ein Stück Karotte oder Birne zu bekommen, sollten sich die Pferde nach vorne, oben, rechts und links und zwischen den Vorderbeinen hindurch strecken. Dies alles ist einerseits eine tolle Abwechslung und gute Beziehungsarbeit, hilft aber auch für mehr Lockerheit in den Bewegungen sowie stabilere Stellung, Längsbiegung und Geraderichtung. Es war der erste Pferdesonntag mit unseren Neuzugängen im Stall: Nika, Libby und Samson hatten sichtlich Freude dabei, neben Doreen, Cormet und Sandro dabei zu sein.
Wir haben uns sehr über die rege Teilnahme am Pferdesonntag gefreut und hoffen, dass auch bei den nächsten Jugendaktionen so viele dabei sein werden!

19.-20.07.24
Am ersten Juli-Wochenende stand wieder unsere Heu-Übernachtung an. Wir waren dieses Jahr eine kleinere Runde, doch das sollte uns nicht davon abhalten ein richtig schönes, fröhliches Pferde-Wochenende miteinander zu verbringen. Zuerst richteten wir uns im Heu- und Strohzelt unsere Lager für die Nacht her.
Nach ein paar Kennenlernrunden gingen die Jüngeren, alle aus den beiden Volti-Nachwuchsgruppen, hinüber in die Halle. Dort bauten wir gemeinsam drei Stationen auf: ein Dressurviereck mit richtigen Bahnpunkten, einen Springparcours mit echten Hindernissen und einen „Voltigierzirkel“ mit dem Volti-Fasspferd. Dann trainierten wir die drei Pferdesportdisziplinen, denn abschließend stand nach einer kurzen Pause mit Obst und Keksen zur Stärkung noch ein „Turnier“, wenn auch nur mit gedachtem Pferd, an: die Dressurprüfung war für jede am anspruchsvollsten, denn für manche war diese Disziplin noch ganz unbekannt. Trotzdem schaffte es jede, in der Prüfung eine Aufgabe „durchzureiten“, in der die verschiedenen Grundgangarten an bestimmten Bahnpunkten gewechselt und unterschiedliche Hufschlagfiguren gezeigt werden sollten. Im „Springen“ mussten die Hindernisse in einer festgelegten Reihenfolge überwunden werden, wobei die Zeit gestoppt wurde. Los ging es im „Trab“ über ein Kreuz, danach ging es im „Galopp“ weiter über Cavaletti, einen Steilsprung und eine Kombination aus Steilsprung und Oxer. Die letzte Disziplin bei unserem Turnier war das Voltigieren – für unsere Nachwuchsvoltis quasi ein Heimspiel.
Währenddessen lernten die älteren Voltis und Reiterinnenzusammen im Stüble die verschiedenen Pferdesportdisziplinen genauer kennen. Besonders spannend war, diese dann direkt beim CHIO Aachen anzusehen! Denn genau an diesem Wochenende fand dort das bekannte Turnier statt. Was könnte die Disziplinen besser demonstrieren als einfach die weltbesten Reiterinnen und Reiter, Voltigiererinnen und Voltigierer in den Prüfungen in Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Fahren und Voltigieren anzusehen?
Weiter ging es dann mit einer Schnitzeljagd. Gefragt war hier Wissen rund ums Pferd. Denn die richtigen Antworten zu den Pferdefragen an der Strecke gaben den Hinweis, wo der Weg weiter geht. Trotz Regen und ein paar kleinen Zwischenfällen wie einer verschwundenen Antwort und einem verkehrten Hinweis kamen beide Gruppen gut gelaunt zurück im Stall an.
Hier brannte inzwischen das Feuer in zwei Feuerkörben und die Tische waren fürs gemütliche Grillen gedeckt. Der Regen hat endlich aufgehört und wir konnten in ausgelassener RundeWurst und Stockbrot und Marshmallows grillen. Nach einer kurzen Tobe-Runde in der Halle spielten wir noch „Pferde-Activity“.
Den Tag ließen wir im Zelt beim Pferde-Film „Mein Freund Poly“ ausklingen. Die Nacht im Stroh war für manche die erste Nacht im Schlafsack, und das gleich ohne Eltern und bei Regen – doch alle genossen das gemeinsame Abenteuer und konnten nach dem ausgefüllten Tag gut schlafen.
Am nächsten Morgen kam sogar die Sonne raus und wir frühstückten gemeinsam im Freien.
Dann widmeten wir uns ganz den Pferden: jede putzte alleine oder zu zweit ein Pferd, bis es seidig glatt war und das Fell richtig glänzte. Jedes Pferd wurde mit Blüten in Mähne und Schweif geschmückt. Was für ein schönes Pferde-Freunde-Wochenende!

28.06.24
Nach dem Pferdesonntag „Pferdepflege und Erste Hilfe“ im Mai, bei dem insbesondere die Jüngeren angesprochen waren, fand im Juni der erste „Workshop“ statt. Während bei den Pferdesonntagen die Grundlagen vorrangig sind und neben dem Lernen und Wissen-Aneignen besonders das Tun und Spaßhaben mit den Pferden im Vordergrund stehen, geht es bei den „Workshops“ um das tiefere Einsteigen in die Themen, das Durchdringen der Hintergründe und das Verstehen der Zusammenhänge.
Auch hier sind unsere Pferde im Mittelpunkt. Dieses Mal begannen wir direkt am Pferd mit Nikilaja und benannten an ihr die einzelnen Körperteile, um eine gemeinsame Grundlage zu schaffen. Danach betrachteten wir die Möglichkeiten der Einteilung des Exterieurs näher. Wir diskutierten anschließend Linien und besonders erwünschte Ausprägungen des Exterieurs beim Zuchtziel für das Deutsche Sportpferd. Es war spannend, sich die Zeit zu nehmen, um Stück für Stück den Pferdekörper durchzugehen und dabei festzustellen, wie viel es an den verschiedenen Bereichen zu entdecken gibt. Bevor es dann zu anstrengend wurde, durfte jede Teilnehmerin sich ganz selbstständig in der Pferdebeurteilung ausprobieren: jede betrachtete nach den zuvor besprochenen Maßstäben eines unserer Pferde. Anschließend stellten wir uns die Pferde gegenseitig vor. Ganz wichtig war uns dabei von Anfang an: es geht bei der Pferdebeurteilung nicht um Fehlersuche. Wir betrachten das Pferd in seiner Gesamtheit und möchten feststellen, welche Ausprägungen des Exterieurs welchen Einfluss auf das Reiten haben und welche Herausforderungen sich daraus ergeben können.
Es hat uns viel Spaß gemacht, die uns allen bekannten Pferde mit einem neuen Blick zu betrachten. Es gab dabei durchaus den ein oder anderen Aha-Moment, wie das Exterieur sich zum Beispiel auf den Bewegungsablauf auswirkt und was dabei dann je nach Pferd ein unterschiedliches Reitgefühl bewirkt.
Nach all den neuen Erkenntnissen machten wir zusammen bei Kuchen eine Pause, bevor wir uns dann zum Abschluss noch in Kürze zwei Pferdekrankheiten annahmen. Wir stellten uns zwei Szenarien vor: Cormet, der Barhufer ist, hätte sich einen Nagel in die Hufsohle getreten mit der unangenehmen Folge Hufgeschwür. Fachmännisch säuberten und desinfizierten wir gedanklich die imaginäre Wunde. Abschließend demonstrierte Laura das Anlegen eines Hufverbands zur Dämpfung und Entlastung des Hufes sowie zum Schutz vor Eindringen von Schmutz. Nach ein paar Tagen Boxenruhe würde es Cormet wieder gut gehen. Einen anderen Fall stellten wir uns bei Roddel vor: eine infizierte Wunde – Einschuss am Hinterbein. Wir legten ihm nach gedanklichem Säubern der Wunde und Kühlen einen Angussverband an. Cormet und Roddel machten das mit großer Ruhe mit und fühlten sich offensichtlich gut aufgehoben.
Der erste Workshop war damit vorbei. Es war ein intensiver und schöner gemeinsamer Sonntagnachmittag. Wir haben uns sehr über die rege Teilnahme bei diesem neuen Format gefreut!